1. 002/203

    Hier siehst du das zweite Korn von 203 Reiskörnern. Das hört sich nach sehr viel an, ist es aber nicht. Davon würde nicht mal ein Kind satt werden. Die Website ist ein Speicher für alle Reiskörner, die ich über das Semester hinweg gezählt habe und die Gedanken, die mir bei dieser monotonen Arbeit kommen. Warum ich das mache? Vielleicht um dem Doomscrolling zu entkommen und meine Konzentration und Disziplin wieder zu finden, die ich in der letzen Zeit ein bisschen schleifen hab lassen. Also genieße die schönen Strukturen der Körner und einen kleinen Einblick in meinen immer rasenden Kopf.

  2. 008/203

    Zählt das als ein Reiskorn? Es ist nur ein Splitter.

  3. 016/203

    Ich habe heute 16 Reiskörner fotografiert, in Photoshop bearbeitet und einzeln ausgeschnitten. Ich habe sie in den Code eingefügt, durchnummeriert und Reiskorn Nr. 16 einen lustigen Dreheffekt gegeben. Ich habe ebend die Website Geogebra besucht, vor vier Jahren dachte ich, dass ich sie nie wieder nutzen werde. Falsch gedacht; wie sonst finde ich die Funktion für die Animationskurve von Reiskorn Nr. 12 heraus? Es ist f(x)=e^(-x^(2)). Aber ich kann keine Funktionen einsetzen, deswegen, war meine Recherche umsonst.

  4. 040/203

    Es fühlt sich echt sinnlos an auf dieser Seite gezählten Reis zu speichern. Wahrscheinlich liegt es daran, dass es das auch ist. Oh Mann. Aber irgendwie tue ich mich schwer damit, bei der Projektfindung einen bedeutenderen Inhalt zu suchen. Ich denke mir, die kleine Website, die ich hier mache, wird jetzt auch nicht auf dieses Thema mehr Aufmerksamkeit lenken oder jene Strukturen verändern. Deswegen falle ich auf solche banalen Sachen, wie Reis zurück. Vielleicht ist mein Denkansatz hier falsch, da würde ich mich freuen, wenn jemand mich mit seinem Standpunkt beeinflussen kann. Gestern habe ich auch mit Kaja geredet und vielleicht ist auch die Konsequenz aus diesem Problem, nicht banale silly Sachen zu gestalten, sondern in einem anderen Feld aktiv zu werden. Wer weiß, meine Gedanken müssen sich dazu noch ein wenig sortieren.

  5. 054/203

    Nach 54 Reiskörnenrn möchten meine Finger mit ihrem Tippen nicht mehr exportieren und Listen erstellen, sondern Töne erzeugen. Das Klavier bei meinen Eltern zuhause habe ich lange nicht gespielt, mein kleines Keyboard, das mir Leonie überlassen hat, steht schon länger unbenutzt im Schrank. Neue Stücke habe ich schon länger nicht gelernt, das Noten lesen ging schon mal schneller. Vielleicht sollte ich dieses Hobby mal wieder entstauben.

  6. 073/203

    Die Schlieren der Stärke ergeben Muster auf dem schwarzen Papier.

  7. 082/203

    Korn 082 habe ich aus Versehen doppelt bearbeitet. Nach zwei Stunden Bearbeiten, begleitet von von Hunger und Fenstern die zu lange geschlossen waren, passiert das nun mal. Da hilft nur frische Luft und ein kleiner Spaziergang zum Café mit Isa, wo ein leckeres Panini auf uns wartet. Wird es heute Tomate Mozarell oder Ziegenkäse?

  8. 093/203

    Jeden Tag denke ich an Jeff Buckley.

  9. 100/203

    Von 100 Reiskörnern wird niemand satt.

  10. 106/203

    Ich bin immer wieder überrascht, wie viel man an einem Tag schaffen kann, wenn man früh aufsteht. Ich weiß, das ist keine bahnbrechende, neue Erkenntnis, aber wo würde ich stehen, wenn ich sie nicht gehabt hätte? Ich würde nirgends stehen, sonderm im Bett liegen.

  11. 135/203

    Dreiklang.

  12. 154/203

    Immer, wenn ich rohe Karotten esse, muss ich an Rose denken. An den blauen Sichelmond, den ovalen Teller auf dem sie liegen und die knarzenden Dielen auf denen wir sitzen.

  13. 199/203

    Notation ist ja auch eine Art Schrift und Sprache. Gibt es Programme oder Keyboard Plug Ins, sodass man auf einer Tastatur Noten schreiben kann? So, dass man c, d, e, ... tippt und mit Tastenkombinationen wie shift + c den Notenwert der Oktave, b, # etc. verändern kann?

  14. 201/203

    Die Situation ist total komisch. Ich will hier meine Gedanken bei monotoner Arbeit festhalten, wie sie davon abschweifen oder sich doch darauf beziehen. Aber mit diesem Wissen/Vorhaben in die Situation hinein zu gehen ist total schwierig. Es erschwert meinem Kopf freien Lauf zu lassen, ich fühle mich beobachtet und überwacht (von mir selbst??). Mein Kopf sagt nur „Okay, an was denke ich? Wobei denke ich beim Zählen? Bei repetitiven Aktionen? Was schreibe ich jetzt auf? An was kann ich denken?“, anstatt wirklich zu denken. Diese Situation ist gestaged, ich und ihr könnt keine Authentizität von dieser Website erwarten. Deswegen sei es mir verziehen, wenn dieser Absatz nicht beim Kopieren und Exportieren von Reiskörnern entstanden ist, sondern mit Stift auf Papier, geschlossenem Laptop und Reis in der Küche.